Startseite > Europäische Politik > Der europäische Jahresausblick 2012

Der europäische Jahresausblick 2012

, von  Redaktion des Move-Magazins

Was erwartet Europa im Jahr 2012?Bestimmte Rechte vorbehalten von SteFou!.

Autoren

Schlagwörter

Ein Gastbeitrag der Move-Redaktion.

Das Jahr 2011 war ein außergewöhnliches. Wir sahen den Euro zerfallen und den Arabischen Frühling erblühen. 2011 war auch ein schreckliches Jahr. Fukushima brannte und Anders Breivik mordete. 2011 fanden und töteten die USA Osama Bin Laden, 2011 verabschiedete sich endlich Silvio Berlusconi und die Deutschen mussten lernen, dass organisierter Fremdenhass in ihrem Land sehr wohl am Leben ist.

Der Kampf gegen die Euro-Krise geht weiter

Zu Beginn des neuen Jahres 2012 übernahm Dänemark die EU-Ratspräsidentschaft. Das Land, das 1973 der Europäischen Union beitrat, hat sich im vergangenen Jahr nicht nur Freunde gemacht. Im Sommer führte die dänische Regierung Grenzkontrollen ein, was den Prinzipien des Schengener Abkommens zuwiderlief. Die Kontrollen endeten jedoch bald, als im September mit Helle Thorning-Schmidt zum ersten Mal eine Frau zum dänischen Regierungschef gewählt wurde. Thorning-Schmidt gilt als Europa-freundlich. Man darf gespannt sein, was ihre Präsidentschaft bewirkt.

Vor allem, weil im Kampf um den Euro die Institutionen der EU nicht unbedingt an vorderster Front kämpften. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy werden das Heft wohl auch 2012 fest in ihren Händen halten. 2011 liefen alle wichtigen Entscheidungen zur Eurorettung über „Merkozy“.

Im Januar versammelt sich zudem das World Economic Forum im schweizerischen Davos. Die Präsidenten der über 1000 Mitglieder des Forums treffen sich mit ausgewählten Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um über die wichtigen Fragen des Weltgeschehens zu sprechen. Die Eurokrise wird auch Thema sein. Wie jedes Jahr werden sich auch diesmal wieder zahlreiche Leute zusammenfinden, ob jung oder alt, die gegen dieses Zusammentreffen demonstrieren. Einige von ihnen werden im Februar dann auch an der jährlichen Gegenveranstaltung, dem Weltsozialforum, teilnehmen.

Ein Jahr der Wahlen und Krönungen

Außerdem feiert im Februar Queen Elizabeth II ihr 60. Thronjubiläum. Mit dem Tod ihres Vaters Georg VI wurde sie 1952 zur britischen Königin erklärt, offiziell gekrönt wurde sie allerdings erst im Juni des folgenden Jahres.

A propos Krönung: Im März wählen die Russen ihren Präsidenten. Und wieder darf es Putin machen. Ein oppositioneller Witz in Russland lautet: „Putin will nicht mehr Präsident sein; die Krönung ist am Donnerstag“. Seit einer gefühlten Ewigkeit, seit dem Jahr 2000, regiert das Duo Putin-Medwedew nun schon Russland. Das russische Volk scheint dieser Redundanz überdrüssig. Nachdem Putins Partei bei den letzten Parlamentswahlen als Sieger hervorging, gingen die Bürger Russlands auf die Straße und liefen gegen das manipulierte Wahlergebnis Sturm.

Nicolas Sarkozy wird im April bestimmt nicht so viele Probleme mit dem französischen Volk haben – dafür ist seine Wahl wohl nicht so sicher wie die Putins. Sarkozys Duell mit dem Sozialisten Francois Hollande ist nur der Schlussakt des Dramas, das im Mai 2011 mit der Verhaftung von Dominique Strauss-Kahn seinen Anfang nahm. Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds galt als Hoffnungsträger der Sozialisten und größte Gefahr für den Amtsinhaber. Aber auch jetzt könnte es knapp werden für Sarkozy. Die Stimmen der Mitte könnte ihm Francois Bayrou streitig machen, jene von weit Rechts Marine Le Pen, Vorsitzende der rechtsextremen Partei Front National.

Im Mai müssen die Franzosen dann wahrscheinlich noch einmal ran, um in einer zweiten Runde endlich einen Präsidenten zu finden. Außerdem treffen sich die acht größten Wirtschaftsnationen, die G8, in Chicago. Die Hälfte der großen Acht kommt aus Europa.

Olympia in London: Europa ist 2012 der Nabel der Sportwelt

Im Juni findet in Polen und der Ukraine die UEFA Fußball Europameisterschaft statt. Die 16 besten Fußballnationen des Kontinents streiten sich um den Titel, von dem hinter vorgehaltener Hand gerne gesagt wird, er sei viel schwieriger zu gewinnen, als sein großer Bruder: der Weltmeistertitel. Ganz Europa freut sich jedenfalls schon. Ach ja, im Juni wählen die Franzosen auch ihr Parlament.

Und weil man nie genug Sport haben kann, finden im Juli auch gleich die 30. Olympischen Sommerspiele in London statt. Ob sich die Londoner darüber freuen, ist eine andere Frage. Wer keine Lust auf Leichtathletik hat, kann in den Londoner Stadtteil Wimbledon ausweichen. Dort findet, auf dem grünsten aller Rasen, das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt statt.

Europa wird die Weltpolitik beeinflussen

Vor allem aber übernimmt in diesem Monat Zypern den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Der Inselstaat ist seit 2004 Mitglied der EU. Dabei ist die Insel selbst nicht geeint, nur der griechische Teil ist Mitglied der EU. Entsprechend kündigte der türkische Ministerpräsident Erdogan an, für die Zeit der zypriotischen Ratspräsidentschaft alle Beziehungen zur EU einzufrieren.

Das Ende des Jahres wird noch einmal spannend. In New York treffen sich die Mitglieder der UN-Generalversammlung zu ihrer jährlichen Zusammenkunft. Wirklich völkerrechtliche Macht liegt bei dieser Versammlung jedoch nicht. Die bleibt weiterhin dem Sicherheitsrat vorbehalten. In diesem wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen ist Europa mit den zwei ständigen Mitgliedern Frankreich und Großbritannien, sowie aktuell mit Bosnien-Herzegowina, Deutschland und Portugal vertreten. Vermutlich werden die weiteren Entwicklungen in der arabischen Welt, im Nahen Osten und auf der koreanischen Halbinsel die Weltgemeinschaft 2012 stark beschäftigen.

Im Oktober trifft sich die chinesische Kommunistische Partei zu ihrem fünfjährlichen Kongress, um über die neue Führung des Landes zu entscheiden. Im selben Monat entscheidet das amerikanische Volk über die Führung ihres Landes. Ob Barack Obama wiedergewählt wird hängt vor allem davon ab, ob die Republikaner einen passenden Kandidaten finden und ob die Europäischen Staaten ihre Schuldenkrise bewältigen können. Schaffen sie es nicht, belasten sie auch die amerikanische Wirtschaft und machen Obamas Wiederwahl unwahrscheinlich.

Der Geburtstag einer bedeutenden europäischen Erfindung

Im Dezember 2012 wird die SMS 20 Jahre alt. Sie ist eine europäische Erfindung, an deren Entwicklung seit Mitte der 1980er-Jahre Ingenieure von deutschen, französischen, norwegischen und britischen Telekommunikationsgesellschaften beteiligt waren. Die erste jemals getextete Short Message raste am 3. Dezember 1992 durch das britische Netz. Ihr Text: „Merry Christmas“.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Ihr Kommentar

Auf diesen Artikel antworten

Vorgeschaltete Moderation

Achtung, Ihre Nachricht wird erst nach vorheriger Prüfung freigegeben.

Wer sind Sie?

Um Ihren Avatar hier anzeigen zu lassen, registrieren Sie sich erst hier gravatar.com (kostenlos und einfach). Vergessen Sie nicht, hier Ihre E-Mail-Adresse einzutragen.

Hinterlassen Sie Ihren Kommentar hier.
  • Dieses Feld akzeptiert SPIP-Abkürzungen [->urls] {{bold}} {italics} <quotes> <code> und HTML-Codes <q> <del> <ins>. Um einen Absatz zu erzeugen, lassen Sie einfach eine Zeile frei.

Kommentare verfolgen: RSS 2.0 | Atom