Eine Kritik der Kritik an Gauck - commentaires Eine Kritik der Kritik an Gauck 2013-02-26T13:35:53Z https://www.thenewfederalist.eu/Eine-Kritik-der-Kritik-an-Gauck,05573#comment16036 2013-02-26T13:35:53Z <p>Meine Position ist im Grunde ja schon in meinem Artikel enthalten, trotzdem möchte ich Sie noch einmal präzisieren.</p> <p>Als Vertreter meiner Generation habe ich den Bundespräsidenten kritisiert, weil er es unterlassen hat, das drängendste Problem der Jugend zur Sprache zu bringen. Gauck fordert, dass Menschen sich engagieren und mutig an ein Europa herantreten das ihnen (anscheinend) Angst macht. Klasse, aber dabei übersieht er doch, dass unzähligen Menschen, insbesondere der (arbeitslosen) Jugend Europas, die soziale Grundlage fehlt, sich zu engagieren. Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung grenzen aus und unterbinden regelmäßig gesellschaftliches Engagement.</p> <p>Es ist ein Unding, dass die Folgen der Wirtschaftskrise, aber auch die Last einer zunehmenden sozioökonomischen Spaltung und das Versagen zahlreicher nationaler und europäischer Politiker, vor und während der Krise, unverhältnismäßig stark auf Jugendliche abgewälzt werden. So etwas muss der Bundespräsident zur Sprache bringen.</p> <p>Zwar betont Gauck die historischen Errungenschaften des europäischen Projekts, doch völlig unnötigerweise beschränkt er auch das einigende Band Europas maßgeblich auf diese zwei Aspekte. Das einigende Band für Jugendliche sollte doch eher eine gemeinsame Perspektive für die Zukunft sein. Warum hat er da nicht Perspektiven und Mitwirkungsmöglichkeiten in den Raum gestellt oder die Bedeutung, welche die Jugend als zukünftige Generation für Europa besitzt, klarer benannt.</p> <p>Wenn Europa seine Bürger und insbesondere die Jugend wieder einbinden will, braucht es mehr soziale Gerechtigkeit und eine ideelle Perspektive, ein ideelles Narrativ. Englisch und Arte für alle – das ist doch alles hübsch dürr.</p> <p>Wir müssen wieder die gute Gesellschaft vor Augen haben und wir dürfen uns nicht vor lauter Gipfeltreffen in den toten Morast der Realpolitik hinunterziehen lassen. Gauck hätte ein starkes Zeichen für die Jugend setzen sollen und das hat er nicht getan.</p> Eine Kritik der Kritik an Gauck 2013-02-24T17:29:22Z https://www.thenewfederalist.eu/Eine-Kritik-der-Kritik-an-Gauck,05573#comment16029 2013-02-24T17:29:22Z <p><q>Große Visionen zu entwickeln, wie etwa die Vereinigten Staaten von Europa, obliegt nicht einem 73-jährigen Bundespräsidenten. Das ist Aufgabe unserer Generation, die die Möglichkeiten eines geeinten Europas wie keine andere verinnerlich hat.</q></p> <p>Ideen, also auch Visionen, müssen artikuliert werden damit sie entwickelt werden können. Die Mitglieder einer Alterskohorte mögen in großer Zahl von gewissen Ideen beeinflusst werden, aber sie wird sie als soziales Aggregat nicht unmittelbar ausdrücken können. Deine Forderung weist die politische Verantwortung von der Hand die politische Akteure haben. Und der Bundespräsident ist ein politischer Akteur (sonst bräuchte man ihn nicht in einem politischen System), der letztlich nur die Rede hat um etwas zu bewegen.</p> <p>Was hat er bewegt ? Ist er wirklich « bürgernaher Moderator » ? Welche Prozesse soll er denn, will er denn moderieren ? Wie will er dsa machen ? Er hat ja nicht mal wirkliche Adressaten und stellt die falschen Fragen. Gute Moderation ist zielorientiert. Was war das Ziel, dass zu erreichen er beitragen wollte ?</p> <p>Du schreibst Gauck hätte versucht « die Bürger » mitzunehmen. Wie denn ? Er hat doch weder einen Weg gewiesen auf den man hätte jemanden mitnehmen können, noch hat er die richtigen Fragen gestellt, die es erlaubten den Weg zu finden. Nach seiner Rede ist man genau so orientierungslos wie vorher auch. Jetzt weiß man vielleicht, dass es Unionisten und Föderalisten gibt und das es Pastoren gibt, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit für genuin « europäische Werte » halten. Diese als konstituierend für eine europäische Identität zu sehen ist schon sehr schwach, da der Anspruch nicht stimmt. Mitnehmen kann nur einer, der weiß wo es lang geht. Der zumindest sagen kann : es gibt diese und jene Pfade, der sagen kann, der eine Pfad ist schön beschwerlich, der andere langweilig, aber auch gut für jene, die nicht gut zu Fuß sind. Wenn Gauck selbst orientiert ist dann hat der « dem Bürger » nur einen sehr diffusen Einblick in seine Orientierung gegeben. Eine Debatte anstoßen,das tun jetzt höchstens jene, die sich an seiner inhaltsleeren Rede abarbeiten.</p> <p>Meine Sicht auf, das was er hätte tun sollen habe ich mal hier, [<a href="http://lars-becker.eu/2013/gaucks-europarede/" class="spip_url spip_out auto" rel="nofollow external">http://lars-becker.eu/2013/gaucks-europarede/</a>], niedergeschrieben.</p>